Der Lahntal-Radweg
Der Lahntal-Radweg besitzt eine Länge von 245 km und führt von der Lahnquelle am Lahnkopf bei Netphen im Siegerland bis zur Mündung der Lahn in den Rhein in Lahnstein. Dabei ist der Verlauf im Bereich zwischen Biedenkopf-Wallau und Cölbe identisch mit dem Hessischen Radfernweg R2. Zwischen Gießen und Limburg ist der Verlauf identisch mit dem Hessischen Radfernweg R7. Desweiteren zählt er zu den beliebtesten Radfernwegen in Deutschland.
Der Lahntal-Radweg ist vollständig beschildert. Die Beschilderung ist zu einem großen Teil im Jahr 2002 erneuert worden und wird im hessischen Abschnitt von der Servicestelle Hessische Radfernwege gepflegt. 2009 wurde der Lahntal-Radweg zum zweiten Mal mit vier Sternen vom ADFC als Qualitätsroute ausgezeichnet.
Naturräumlich gehört das obere Lahntal zum Rheinischen Schiefergebirge und zählt zu den reizvollsten Landschaften Hessens. Oberes und Unteres Lahntal bilden weitgehend die natürliche Begrenzung des Naturschutzgebiets Lahn-Dill. Über verschiedene Rad- und Wanderwege (zum Beispiel der Mühlen- oder der Ubbelohderadweg in der Gemeinde Lahntal) wird eine attraktive Verbindung zum Burgwald, einem der waldreichsten Gebiete Deutschlands, geschaffen.
Tief eingeschnittene Täler und steile Kuppen prägen die Ausläufer des Rothaargebirges und des Gladenbacher Berglandes im Westen von Marburg. Vom 498 m hohen Rimberg zwischen Dautphetal-Damshausen und Lahntal-Caldern eröffnet sich ein großartiger Ausblick sowohl auf das Bergland im Westen, zu dem auch der Schelder Wald gehört, wie auf die Buntsandsteinlandschaften, die sich zum Beispiel mit dem Marburger Rücken im Osten anschließen. Der Maler Otto Ubbelohde ließ sich von der Vielfalt dieser Landschaft inspirieren und in zahlreichen seiner Zeichnungen erkennt man Teile davon wieder.
Am Lahntal-Radweg finden sich viele alte Kloster- und Burganlagen, Kirchen und Heimatmuseen sowie landschaftliche Sehenswürdigkeiten:
Zu nennen sind beispielsweise die sogenannten Wichtelhäuser, eine mächtige Felsgruppe in Brungershausen. Ein ausgeschilderter Wanderweg führt direkt zu dieser Felsformation.
Marburg bietet nicht nur eine lebendige Altstadt, sondern mit dem Landgrafenschloss und der ältesten hochgotischen Kirche Deutschlands, der Elisabethkirche, imposante historische Sehenswürdigkeiten. Südlich der Universitätsstadt ist das Lahntal mit reizvollen alten Bauerndörfern ausgestattet.
Die Goethestadt Wetzlar, dem Wetzlarer Dom, den zahlreichen Museen sowie der malerischen Altstadt bildet einen weiteren Höhepunkt.
Es folgen Kloster Altenberg in Solms und das Schloss Braunfels eingebettet in die Fachwerk-Altstadt.
Weilburg war viele Jahre lang eine Residenz und Regierungssitz des Haus Nassau-Weilburg. Die Gebäude prägen bis heute das Stadtbild der Innenstadt. Das wichtigste Gebäude ist das Schloss aus dem 14. Jahrhundert.
Runkel liegt im Lahntal auf beiden Seiten des Flusses zwischen Westerwald und Taunus, im Osten des Limburger Beckens, rund acht Kilometer östlich von der Kreisstadt Limburg. Nur wenigen Städten blieb, wie Limburg, das gesamte Ensemble mittelalterlicher Bebauung nahezu unversehrt erhalten. Deshalb steht heute der ehemals ummauerte Stadtkern zwischen St. Georg-Dom, Grabenstraße und der 600 Jahre alten Lahnbrücke als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. Der Siedlungsbereich der Stadt Limburg reicht über die Stadtgrenzen hinaus. Die Stadt Diez (Rheinland-Pfalz) schließt sich nahtlos an Limburg an. Am nördlichen Stadtrand von Diez liegt dort das Barockschloss Oranienstein. In der Diezer Pforte verlässt die Lahn das Limburger Becken und geht, von ansteigenden Terrassenfluren begleitet, bei Fachingen in das Untere Lahntal.
Dem Flussverlauf folgend kommt Nassau, mit der südlich der Lahn gelegenen Burg Nassau. Unterhalb der Burg befindet sich die Burgruine Stein und ganz in der Nähe das Rathaus.
Bad Ems ist die Kreisstadt des Rhein-Lahn-Kreises und ein bekannter Badeort an der unteren Lahn. Seine Glanzzeit erlebte der Ort im 19. Jahrhundert als „Weltbad“ und Sommerresidenz zahlreicher europäischer Monarchen und Künstler, im 19. und 20. Jahrhundert war der heutige Kurort auch durch bedeutenden Erzbergbau geprägt. Der Schwerpunkt der Förderung lag auf den Metallen Blei, Silber, Zink und Kupfer.
Als letztes erreicht man dann an der Mündung der Lahn, die fünf Kilometer südlich von Koblenz in den Rhein fließt, Lahnstein.
Der Streckenverlauf Radeln im romantischen Lahntal